Interview mit Sally Khudairi im Interview auf der ApacheCon Europe 2019

20 Jahre Apache Software Foundation: „Von 21 Gründern und einem Projekt hin zur weltweit größten Open-Source-Foundation“

Katharina Degenmann

Die ApacheCon Europe steht in diesem Jahr unter einem ganz besonderen Zeichen: Die Apache Software Foundation (ASF) feiert ihr 20-jähriges Bestehen! Wir sprachen mit Vice President of Marketing & Publicity und Mitglied der Apache Software Foundation Sally Khudairi über den Werdegang der ASF, ihr Erfolgsgeheimnis und die spannendsten Projekte.

JAXenter: Wie bist du bei der ASF gelandet und was machst du heute?

Sally Khudairi: Auf die Apache Group wurde ich in den 90er Jahren aufmerksam, als ich als Head of Communications beim World Wide Web Consortium (W3C) arbeitete. Roy Fielding (Co-Autor der HTTP/1.1-Spezifikation und Mitglied der Apache Group) war beim W3C und hat vor meiner Ankunft seine Promotion begonnen. Einige Jahre später hörte ich, dass die Apache Group eine Gründung als Foundation in Betracht zog, also wandte ich mich an Roy, um mich zu erkundigen, wer sich um ihre Publicity kümmerte. Ich erinnere mich, dass Roy sagte, dass die Gründung keine große Sache sei, und ich antwortete: „Sie ist riesig“. Die ASF Founding Board Members waren für die Idee offen, dass ich mit meinem Unternehmen, die ZOT-Gruppe, die Communication Assistance unterstütze. Wir haben den Start der Stiftung im Juni 1999 offiziell verkündet.

Auch noch 20 Jahre später leite ich die Kommunikation der ASF, als Vice President of Marketing & Publicity, und unterstütze ASF Fundraising als Vice President of Sponsor Relations.

JAXenter: An welchem Projekt arbeitest du derzeit am häufigsten und was sind Deine spannendsten Aufgaben bei der ASF?

Ich erinnere mich, dass Roy sagte, dass die Gründung keine große Sache sei, und ich antwortete: „Sie ist riesig“.

Sally Khudairi: Meine Arbeit umfasst fast alle Aspekte der Stiftung im Alltag – für viele Menschen bin ich oft die erste Anlaufstelle, wenn sie Informationen über die ASF und ihre Aktivitäten herausfinden wollen.

Obwohl ich nicht an spezifischen technischen Projekten arbeite, arbeite ich mit mehr als 200 Project Management Committees (PMCs) zusammen, die ihre jeweiligen Apache-Projektabläufe, Community-Entwicklung und Produktfreigaben überwachen.

Am aufregendsten ist es, Teil des Wachstums der ASF – von 21 einzelnen Gründern und einem einzigen Projekt hin zur weltweit größten Open-Source-Foundation – zu sein.

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JAXenter: Du bist fast von Anfang an bei der ASF dabei. Wenn du heute noch einmal beginnen würdest, welche anderen Bereiche wären für dich am Interessantesten?

Sally Khudairi: Als Nicht-Technologe habe ich ein andere Art an „Investitionen“ an unseren Projekten: Viele unserer Tätigkeitsbereiche sind äußerst interessant – von Big Data und Machine Learning über Internet of Things bis hin zu Edge Computing, Mobile Frameworks und mehr. Wir haben uns unter anderem auf Programmiersprachen und Hardwareprojekte sowie Blockchain-Bibliotheken spezialisiert. Für mich sind sie alle faszinierend. Das Tolle daran ist, dass wir über einen bewährten Prozess und eine vertrauenswürdige, herstellerneutrale Umgebung für Projekte verfügen, um Apache-Innovationen weiter zu entwickeln. Zu sehen, was als nächstes kommt, ist immer spannend!

JAXenter: Was war oder ist Deiner Meinung nach das spannendste Projekt der ASF?

Sally Khudairi: Ich bin unglaublich stolz auf all unsere Errungenschaften der letzten zwei Jahrzehnte – es ist eine Herausforderung, eine kleine Gruppe von Projekten hervorzuheben: Wir „lieben all unsere Kinder gleichermaßen“.

Zum 20-jährigen Jubiläum der ASF haben Mitbegründer Jim Jagielski und ich eine „look forward, look back“-Zusammenfassung über „20 Jahre Open Source Innovation, The Apache Way“ geschrieben, die verschiedene Apache-Projekte vorgestellt, angefangen beim HTTP-Server (oder Originalprojekt) und der Innovation über den Apache Inkubator, sowie Big Data, Build Management, Cloud Computing, Content, Data Management, Datenbanken, Edge Computing, Enterprise Resource Planning (ERP), Geospatial, Identity Management, Internet of Things (IoT), Libraries, Machine Learning, Mobile, Search, Server, Web Frameworks und XML.

Im Jahr 2002 wurde ich zum ersten weiblichen und ersten nicht-technischen Mitglied der ASF gewählt.

Die Community ist für mich das Herz der ASF. Ich liebe unsere Gemeinschaft sehr.

JAXenter: Kannst du uns eine kleine Vorschau geben – welche Pläne hat die ASF für 2020?

Sally Khudairi: Im Jahr 2002 wurde ich zum ersten weiblichen und ersten nicht-technischen Mitglied der ASF gewählt. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, um unsere Demografie zu erweitern und unsere Community mit nicht-coding Beiträgen zu unterstützen. Eine Möglichkeit, das Bewusstsein zu schärfen und die Anstrengungen zu verstärken, besteht in unserem neu gestarteten Projekt Diversity and Inclusion.

Im Apache Incubator befinden sich vier Dutzend Projekte in der Entwicklung, was die Nachfrage nach kommunalen Innovationen „The Apache Way“ unterstreicht. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Foundations ist unser Mantra „Community Over Code“: Die unermüdlichen Bemühungen unserer all-volunteer Community von fast 800 Apache-Mitgliedern und mehr als 7.000 Committern sorgen dafür, dass Apache-Projekte – 200M+ Code-Zeilen im Wert von 20B+ – für die Öffentlichkeit im Großen und Ganzen zu 100 Prozent kostenlos zugänglich bleiben.

Wir haben eine große Chance, auf unserem Erbe aufzubauen und in den nächsten 20 Jahren noch mehr Open-Source-Projekte und deren Communities zu betreuen, zu leiten und zu unterstützen.

JAXenter: Welche Wünsche hast du für die ASF?

Sally Khudairi: Die ursprünglichen 21 Mitbegründer der ASF – Brian Behlendorf, Sameer Parekh Brenn, Ken Coar, Mark Cox, Lars Eilebrecht, Ralf Engelschall, Roy Fielding, Dean Gaudet, Miguel Gonzales, Ben Hyde, Jim Jagielski, Alexei Kosut, Martin Kraemer, Ben Laurie, Doug MacEachern, Aram Mirzadeh, Cliff Skolnick, Marc Slemko, Bill Stoddard, Paul Sutton, Randy Terbush und Dirk-Willem van Gulik – haben der Menschheit ein großes Geschenk gemacht. Dies geht über den Apache HTTP Server hinaus und erstreckt sich auf das Apache Ethos einer erfolgreichen, respektvollen Zusammenarbeit, die von einer robusten, vielfältigen Community getragen wird.

Die Community ist für mich das Herz der ASF.

Die ASF hat das Leben unzähliger Menschen verändert, Milliarden von Unternehmen gegründet, und die Apache Lizenz hat die Einführung einiger der weltweit am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekte erleichtert. Sie hat sicherlich auch mein Leben verändert.

Ich wünsche der Foundation viel Erfolg und der Apachen-Community insgesamt weiterhin viel Erfolg in den kommenden Jahrzehnten. Herzlichen Glückwunsch an alle, die an unserem Erfolg beteiligt sind – es ist wirklich eine gemeinsame Leistung!

JAXenter: Vielen Dank für das Interview!

Sally Khudairi is Vice President of Marketing & Publicity at The Apache Software Foundation (ASF) where, in 2002, she was elected its first female and non-technical Member. Over her 26-year career in the Web, Khudairi has been lauded as a dynamic communications strategist and expert in next-generation innovations, and has played an integral role in building campaigns for some of the industry’s most prominent standards and organizations. Prior to launching the ASF in 1999, Khudairi was deputy to Sir Tim Berners-Lee as Head of Communications at the World Wide Web Consortium (W3C), overseeing the launch of 17 specifications that include PNG, CSS, HTML4 and XML. She is Managing Director/Luxury & Technology Practice lead at HALO Worldwide and Founder/Chief Marketing Officer at OptDyn.
Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina ist hauptberuflich hilfsbereite Online- und Print-Redakteurin sowie Bücher- und Filme-Junkie. Nebenbei ist sie Möchtegern-Schriftstellerin, die heimlich hofft, eines Tages ihr Geld als Kaffee-Testerin zu verdienen. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH, davor hat sie Politikwissenschaft und Philosophie studiert.