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Einmal Panik, bitte.

16 Anzeichen dafür, dass Ihr Kind ein Hacker ist

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / ant D

Kennen Sie das auch? Sie kommen spät von der Arbeit nach Hause und Ihr Kind sitzt, anstatt zu schlafen, allein vor dem PC und chattet mit irgendwelchen Unbekannten im Internet. Laut einem aktuellen Artikel des Liverpool Echo zeigt Ihr Kind damit erste Zeichen einer kriminellen Karriere als Hacker. Eltern, wehret den Anfängen und denkt daran, was vor wenigen Tagen in Schweden passierte!

Das Horrorszenario beginnt, wie das nun einmal so ist, ganz harmlos. Das Kind zeigt reges Interesse an Computern oder Smartphones, hat natürlich Zugang zu den Weiten des Internets und die Freundesliste auf Facebook, Twitter oder Skype wird lang und länger. Sogar die Lehrer in der Schule berichten den Eltern, dass das Interesse an Computern und Technologie exzeptionell ist. Na, das ist doch wunderbar – unser Kind ist ein Digital Native!

Doch dann springen plötzlich mitten in der Nacht vermummte und schwer bewaffnete Mitglieder einer Polizei-Sondereinheit durch die Fenster der Wohnung oder des Hauses und führen das Kind in Handschellen ab; der Computer wird konfisziert. Und wie im Filmklassiker Hackers bleibt lediglich eine Frage zurück: Was ist nur falsch gelaufen?

Vorsicht bei auffälligem Verhalten

Nun, womöglich haben Sie die Warnsignale, die Vince Warrington für das Liverpooler Echo zusammengetragen hat, übersehen. In dem Artikel veröffentlichte er, der sich selbst als Experte für Cyber Security bezeichnet, eine sechzehn Punkte umfassende Liste mit Zeichen, die darauf hinweisen könnten, dass das eigene Kind gefährdet ist, ein Hacker zu werden.

Auf seiner Liste (siehe unten) befinden sich so ziemlich sämtliche Klischees, die dieses Thema zu bieten hat: Vom Anlegen mehrerer Mail-Adressen über die Verwendung von Begriffen wie DdoS (sic!) und Nicknames wie „MafiaBoy“ bis hin zu einer gestörten Internetverbindung, die natürlich auf Gegenattacken der Rivalen zurückzuführen ist. Besonders fragwürdig ist dabei der letzte Punkt der Liste, der autistischen Kindern und Kindern mit Asperger-Syndrom unter „gewissen Umständen“ eine erhöhte Neigung zur Cyberkriminalität attestiert.

Voll von Stereotypen: Die Liste mit Anzeichen für Hackeraktivität von Vince Warrington / Bildquelle: Shutterstock.com / andras_csontos (modifiziert)

Voll von Stereotypen: Die Liste mit Anzeichen für Hackeraktivität von Vince Warrington / Bildquelle: Shutterstock.com / andras_csontos (modifiziert)

Dem Echo gegenüber sprach Warrington davon, dass sogar Kinder mit gerade einmal acht Jahren in kriminelle Cyber-Aktivitäten verwickelt waren. Meist starte es, so der selbsternannte Sicherheitsexperte, mit schlichtem Online-Gaming. Ziele der Delikte seien dann rivalisierende Clans oder die Anbieter der Spiele selbst, die irgendetwas getan haben, um den Unmut der Zocker zu wecken.

Keine Jagd auf Kinder veranstalten

Argumentativ klingt das natürlich erst einmal schlüssig. Wir erinnern uns alle an die Killerspiel-Debatte, die, einem redundanten Sermon gleich, immer wieder dann entbrennt, wenn irgendwo jemand Amok läuft und Counter-Strike, Battlefield oder Doom auf seinem Rechner installiert hatte. Studien oder offizielle Berichte legt er weder für diesen Zusammenhang noch für die Aussage zum Alter der – Vorsicht Wortwitz – Kleinkriminellen vor. Auf Twitter hat er aber die logische Lösung bereits parat:

Dass Warrington von einer Kinderjagd und Gefängnissen voller 8-Jähriger mit bibeldicken Vorstrafenregistern Abstand nimmt, ist einerseits beruhigend. Andererseits möchte er sie gerne in dem von ihm mit ins Leben gerufenen Programm Hackers to Heroes der YouthFed unterbringen. Das Programm soll Kindern von 8 bis 18 dabei helfen, sich im Internet richtig zu verhalten und ihre (zweifellos vorhandene) destruktive Energie in geregelte und legale Bahnen zu lenken.

Sind Sie ein Hacker?

Es fällt schwer, das mit Sicherheit gut gemeinte Anliegen von YouthFed und Warrington ernst zu nehmen. Es wird kaum möglich sein, jemanden zu finden, auf den nicht wenigstens einer der Punkte zutrifft – gerade bei der technikaffinen Jugend von heute. Noch extremer dürfte es im Umfeld unserer Leser und Autoren aussehen, daher fragen wir:

Wieviele Punkte der Liste mit Warnsignalen treffen auf Sie zu? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

  1. Es verbringt seine Freizeit allein am Computer
  2. Es hat wenige echte Freunde, spricht aber oft mit Online-Freunden über Computer
  3. Die Lehrer berichten von einem großen Interesse an Computern
  4. Seine Online-Aktivität kollidiert mit seinen Schlafzeiten
  5. Es nutzt die „Sprache des Hackings“ und Begriffe wie DDoS, Lulz, Keylogger, Bots, pwnd usw.
  6. Es nennt sich selbst und seine Freunde Scriptkiddies oder Hacker
  7. Es hat mehrere Social-Media-Profile auf einer Plattform
  8. Es hat mehrere E-Mail-Adressen
  9. Es nutzt im Netz einen verdächtig klingenden Nutzernamen (z.B. MafiaBoy oder CyberZeist)
  10. Es hat den ToR-Browser installiert, mit dem man auf das Darknet zugreifen kann
  11. Es hat die von Ihnen installierten Überwachungsprogramme deaktiviert
  12. Es kann sich zum W-LAN des Nachbarn verbinden
  13. Es behauptet, Geld mit Online-Spielen zu verdienen
  14. Es weiß mehr über Sie, weil es Ihren E-Mail-Account gehackt hat
  15. Ihre Internetverbindung bricht unter den Attacken der Rivalen Ihres Kindes zusammen
  16. Ihr Kind hat Autismus oder das Asberger-Syndrom
Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare
  1. Stellenangebote JAVA PHP .NET2017-02-22 13:57:57

    Wenn ihr Kind ein großartiger Hacker ist, sollten Sie das so schnell als möglich nutzen! :)

  2. Exoa2017-02-27 16:39:20

    Schade, nur 11 punkte... Ich werde wohl nur durchschnitt und kein 1337 h4x0r :D

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