15 Jahre Apache Software Foundation: Finanzierungskonzept und Ausgabenstruktur

Michael Thomas
© Shutterstock/Evlakhov Valeriy

Der erste Teil der Artikelserie zum 15. Geburtstag der Apache Software Foundation (ASF) hatte deren Arbeitsweise und Organisationsstruktur zum Inhalt. Im zweiten Teil erläutert Stiftungspräsident Ross Gardler nun das Finanzierungskonzept und die Ausgabenstruktur.

Grundlegendes

Die Apache Software Foundation (ASF) betreut mehr als 150 Top-Level-Projekte, an denen mehr als 4000 Committer beteiligt sind. Mit dem Wachstum der Stiftung stieg – und steigt – naturgemäß auch der Bedarf an Unterstützung. Da die ASF keine Geldzahlungen an Projekte oder Committer leistet, beschränkt sich diese auf administrativ-organisatorische Hilfestellungen. Diese umfassen technische Services wie Versionskontrolle, Mailing-Listen, Webseiten etc. einerseits, Rechtsdienstleistungen wie beispielsweise den Schutz geistigen Eigentums andererseits. Hinzu kommen grundlegende Marketing-Dienstleistungen, um etwa den Bekanntheitsgrad eines Projekts zu steigern. Dies alles gibt es natürlich nicht umsonst. Doch woher stammt das hierfür nötige Geld?

Sponsoren

Die ASF akzeptiert Sponsoring von Einzelpersonen und Unternehmen gleichermaßen. Aufgrund der im ersten Teil dieser Serie näher beschriebenen Organisationsstruktur ist es diesen jedoch nicht möglich, dadurch Einfluss auf die jeweiligen Projekte zu nehmen – dies ist nur durch tatsächliche Mitarbeit möglich. Stellt sich die Frage, warum profitorientierte Unternehmen freiwillige Geldzahlungen leisten.

Eine Umfrage der ASF brachte Klarheit: Insgesamt wurde ein differenziertes Bild der Motivationen gezeichnet, ein Grund jedoch wurde von fast allen Sponsoren genannt: Sie nutzen die unter der Schirmherrschaft der ASF entwickelte Software. Da diese ohne die ASF – zumindest in ihrer jetzigen Form – nicht existieren würden, ist es für die Geldgeber eine logische, unternehmensstrategische Entscheidung, die Arbeit der Stiftung zu unterstützen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die ASF neutralen Boden darstellt: Firmen, die auf dem freien Markt mitunter konkurrieren, kooperieren im Bereich von Open Source-Sofware. Die meisten Sponsoren wenden im Übrigen nicht nur Geldmittel auf, sondern arbeiten direkt mit, beispielsweise, indem sie Mitarbeiter für ASF-Projekte freistellen.

Wofür wird das Geld verwendet?

Der Großteil der Stiftungsarbeit lastet auf den Schultern von Ehrenamtlichen; dies gilt für Beteiligte an Softwareentwicklungsprozessen ebenso wie für die Träger strategischer Entscheidungen, also die Mitglieder des Vorstands. Die Personalkosten sind also zu vernachlässigen bzw. inexistent.

Den größten Ausgabeposten stellt die Infrastruktur dar, im laufenden Haushalt macht er 63% des Gesamtbudgets aus. Mit jeweils 10% folgen Marketing/Öffentlichkeitsarbeit und die allgemeine Verwaltung, was beispielsweise Rechtskosten, Bankgebühren und Versicherungsbeiträge umfasst. Die einzige weitere Sparte, die mehr als 5% des Budgets erhält, ist das Markenmanagement, das die einzelnen Projekte z.B. durch Markeneintragungen vor kommerziellen Interessen Dritter schützen soll.

Die Zukunft der Stiftung ist Gardler zufolge im Übrigen sicher: Die aktuellen Sponsoren sorgen für eine angemessene finanzielle Grundlage und ein Abriss des Zustroms freiwilliger Committer ist nicht in Sicht.

Aufmacherbild: Birthday candle on black background, number 15 von Shutterstock / Urheberrecht: Evlakhov Valeriy

 

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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