Ordnung muss sein!

11 Programmierregeln für jedermann

Michael Thomas

© Shutterstock.com/filmfoto

Der Softwareentwickler, Speaker und Autor John Sonmez gestaltet sein Leben nach eigener Aussage gerne anhand selbst auferlegter, ungeschriebener Regeln. Gleiches gilt für seine Tätigkeit als Programmierer. Seine wichtigsten Grundsätze für das Programmiererhandwerk hat er nun in einem aktuellen Blogpost zusammengestellt.

1. Technologie ist nicht DIE Lösung, sondern der Weg zu ihr

Frameworks, Container, Programmiersprachen, Betriebssysteme…all diese sind für Sonmez bloße Werkzeuge, um anstehende Aufgaben zu lösen. Kein Grund also, dogmatisch an einer liebgewonnene Technologie oder Methode festzuhalten.

2. Cleverness ist der Feind von Klarheit

Code, der seinen Zweck klar und deutlich kommuniziert ist ungleich wertvoller als clever Geschriebener, doch Undurchsichtiger. Und clevere Ideen im Codebereich sind Sonmez zufolge in der Regel leider nicht besonders transparent.

3. Schreibe Code nur dann, wenn du unbedingt musst

Diese Regel könnte man auch folgendermaßen formulieren: Schreibe nur den Code, der für die Implementierung der angedachten Funktionalität notwendig ist. Der Versuchung, den Code mithilfe weiterer Features robuster oder flexibler zu machen, sollte man laut Sonmez widerstehen, da der zusätzliche Code zwar eine Mehrwert bringen kann, gleichzeitig jedoch Tür und Tor für unnötige und unabsehbare Bugs und Probleme öffnet.

4. Kommentare sind (meistens) böse

Im Sinne der Klarheit des Codes lehnt Sonmez Kommentierungen größtenteils ab. Code sollte stattdessen nach Möglichkeit derart geschrieben werden, dass sich sein Zweck von selbst erschließt. Da Kommentare häufig nicht zusammen mit dem Code aktualisiert werden (und so im Zweifel unnötig Verwirrung stiften), sollten sie nur in den Fällen zum Einsatz kommen, in denen die Absicht nicht leicht in Code ausgedrückt werden kann – z.B. wenn ein dem zugrundeliegenden Betriebssystem geschuldeter Bug ungewöhnliche Lösungen erfordert.

5. Sei dir immer im klaren, was du mit dem Code erreichen willst, bevor du mit dem Schreiben beginnst

Wie Sonmez zugibt, hat er mehr als einmal mit dem Schreiben von Code begonnen, ohne sich vollständig darüber im Klaren zu sein, was dieser eigentlich erreichen soll. Die testgetriebene Entwicklung kann hierbei sehr hilfreich sein, bietet jedoch keine hundertprozentige Sicherheit, weshalb die Regel durchaus eine Daseinsberechtigung hat.

6. Teste den verdammten Code, bevor du ihn auslieferst

Das Testen des eigenen Codes sollte Sonmez zufolge zum täglichen Brot eines jeden Programmierers gehören, um Reibungsverluste mit der QA-Abteilung zu verhindern bzw. diese zu minimieren.

7. Lerne jeden Tag etwas Neues

Oder, wie Sonmez es ausdrückt: Ein Tag ohne Fortschritt bedeutet einen Rückschritt. Auch wenn man sich jeden Tag nur eine Viertelstunde Tag Zeit fürs Lesen nimmt, ist das immer noch besser als gar nichts, denn über einen längeren Zeitraum gesehen addieren sich die Informationshappen. Ganz davon abgesehen, dass man ohne Weiterbildung schneller ins Hintertreffen gerät, als einem lieb ist.

8. Code zu schreiben macht Spaß

Auch wenn die Bezahlung vieler Programmierer sich durchaus sehen lassen kann, dürften die meisten ihren Beruf dennoch vor allem deshalb ergriffen haben, weil es ihnen Spaß macht, Code zu schreiben. Sollte das aus welchen Gründen auch immer nicht mehr der Fall sein, sollte man alles versuchen, diese Liebe wieder zu wecken – beispielsweise durch ein eigenes Nebenprojekt.

9. Du kannst nicht alles wissen

Eine Binsenweisheit: Wer glaubt alles zu wissen muss noch viel lernen. Insbesondere unsere moderne arbeitsteilige Gesellschaft macht überdeutlich, dass das Bild des Universalgelehrten ein unerreichbares Ideal darstellt. Es ist also vollkommen in Ordnung, Wissenslücken zu haben und diese auch offen zuzugeben. Genauso in Ordnung ist es deshalb, andere um Hilfe zu bitten: Fragen zu stellen, ist immer noch eine der besten Methoden, etwas Neues zu lernen.

10. Best Practices sind Kontextabhängig

Wenn einem jemand penetrant eine Best Practice unterjubeln möchte, die angeblich immer passt, ist höchste Vorsicht geboten. Denn ob eine bestimmte Technologie oder Methode zum Einsatz kommen soll, ist Sonmez zufolge immer eine Frage des Kontextes – auch im IT-Bereich gibt es keine Eierlegende Wollmilchsau! Oder anders ausgedrückt: Prinzipien sind zeitlos, Best Practices sind situationsabhängig.

11. Strebe immer nach Vereinfachung

Ein weiteres geflügeltes Word: Die einfachsten Lösungen sind häufig die elegantesten. Doch eine einfache Lösung zu erreichen, kann eine gewaltige Herausforderung sein. Die wichtigste Komponente ist dabei – wie so häufig – Zeit. Doch diese sollte man sich laut Sonmez wann immer möglich nehmen.

Entspricht dieses Regelwerk Ihrer eigenen Mentalität und Arbeitsweise? Haben Sie Ergänzungen? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit!

Aufmacherbild: rules and regulations marked on rubber stamp von Shutterstock.com / Urheberrecht: filmfoto

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Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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