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10 schmutzige Geheimnisse aus dem Entwickler-Alltag

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / Atomazul

Angehende Entwickler stürzen sich oft mit einer gehörigen Portion Enthusiasmus ins Berufsleben – gilt es doch, die gerade erlernten Geheimnisse der geliebten Speerspitzen-Disziplin Informatik in die Tat umzusetzen. Umso tiefer fallen sie dann aus dem siebten Himmel, wenn sie sich mit den Gemeinheiten des Entwickleralltags herumschlagen müssen.

Jason Hiner, Chefredakteur des Portals TechRepublic, plaudert in seinem Blog „10 dirty little secrets you should know about working in IT“ als altgedienter IT-Veteran aus dem Nähkästchen und verrät 10 kleine Geheimnisse, über die im allgemeinen das Siegel des Schweigens nicht gebrochen wird.

  • Im Vergleich zu anderen Berufen wirst du als Entwickler gut bezahlt. Doch denken viele Chefs deshalb, dass du ihnen ganz gehörst. Aufgrund der hohen Relevanz von IT-Abteilungen in vielen Unternehmen werden Entwickler heute und wahrscheinlich auch zukünftig relativ gut bezahlt. Oft wird jedoch erwartet, dass man sehr viel Zeit auch privat mit der Arbeit verbringt. Wenn du dich dann über eine Telefonkonferenz um 21:00 Uhr beklagst, bekommst du zu hören: „Das gehört einfach zu deinem Job“.
  • Wenn Anwender dumme Fehler machen, ist es deine Schuld!Anwender lassen die Frust über ihre eigenen Unzulänglichkeiten allzu oft an dem Entwickler aus: „Was hast du mit meinem Computer gemacht?“. Oft stellt sich indes heraus, dass die Anwender selbst verantwortlich sind, weil sie z.B. so klug waren, die Browser-Icons auf dem Desktop zu löschen oder das Maus-Kabel heraus zu ziehen.

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  • Du wirst innerhalb eines Tages mehrmals vom Held zum Sündenbock gemacht!Wenn du als ITler ein kleines Problem behebst, das vielen Angestellten ein Dorn im Auge war, wirst du sofort zum Helden gemacht – obgleich die Leute gar nicht verstehen, wie einfach das Problem zu lösen war. Doch der Heldenstatus hält gerade mal solange an, bis das Netzwerk in ein Performanzloch fällt – für das du zwar nicht verantwortlich bist, aber verantwortlich gemacht wirst. Doch kein Problem: Am besten machst du die Kollegen am Abend wieder glücklich, indem du ihnen einen kleinen Outlook-Trick verrätst.
  • Zertifikate helfen nicht immer, ein besserer Entwickler zu werden – aber sie können helfen, einen besseren Job oder eine Gehaltserhöhung zu bekommen.Personalleiter und Headhunter lieben IT-Zertifikate. Oft sagen diese aber nichts über die wahren Qualitäten eines Entwicklers aus. Trotzdem können sie als Argumentationshilfe dienen, wenn es darum geht, in der Karriereleiter aufzusteigen.
  • Deine Nicht-Entwickler-Kollegen werden dich mit Problem mit ihren Heim-PCs belästigen.Deine Freunde, Kollegen, Nachbarn und Familienangehörigen betrachten dich als ihren persönlichen Support-Dienstleister für ihre Heim-PCs. Sie schicken E-Mails, rufen an, kommen in deiner Firma vorbei, nur um dich mit ihren persönlichen PC-Fragen zu „beglücken“. Meistens wird erwartet, dass du die Leistungen gratis durchführst. Dabei kann es schwierig sein, eine Linie zu ziehen, wann man solche Anfragen annehmen und wann man sie abgelehnt sollte.
  • Anbieter und Consultants bekommen alle Lorbeeren dafür, dass etwas gut funktioniert.Doch wenn etwas nicht funktioniert, werden genau diese Anbieter und Consultants dich dafür verantwortlich machen.
  • Du wirst viel mehr Zeit damit verbringen, alte Technologien zu pflegen, als neue zu implementieren.Motiviert werden viele angehende Entwickler durch die Aussicht, mit den neuesten Technologien zu arbeiten. Genau das ist aber in den meisten IT-Jobs eher der Ausnahmefall. Viel öfter geht es um Produktpflege, Maintenance und das „Babysitten“ alter Systeme. Auch IT-Consultants raten oft zu etablierten Technologien, um das Risiko des (eigenen) Misserfolges zu minimieren.

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  • Altgediente IT-Veteranen sind meist die größten Hemmschuhe bei der Implementierung neuer Technologien.Die meisten Unternehmen könnten mehr „Cutting Edge“-Technologien verwenden als sie es tatsächlich tun. Denn im Allgemeinen gibt es viele Gelegenheiten, wo das Ersetzen alter IT-Strukturen Geld einsparen und die Produktivität steigern würde. Meistens sind es nicht Budget-Probleme, die dies verhindern, sondern IT-Veteranen, die an dem alten System hängen und zu träge und selbstgefällig sind, neue Technologien zu erlernen.
  • Einige Entwickler führen Technologien ein, um die eigene Macht zu stärken, und nicht, um das Unternehmen voranzubringen.Manche Entwickler setzen in einem Projekt Technologien ein, die nur sie beherrschen, um das Unternehmen abhängig von ihrem Know-How zu machen. Erfinderisch geht man dann mit Begründungen um, warum gerade die spezielle Technologie notwendig sei – obwohl eine niedrigschwelligerer Technologie dem Unternehmen vielleicht viel mehr helfen würde.
  • Entwickler bemühen oft Fachjargon, um die Nicht-Techniker zu beeindrucken oder zu verbergen, dass sie einen Fehler gemacht haben.Alle Entwickler – auch die besten – machen von Zeit zu Zeit Fehler. Oft steht in IT-Projekten viel auf dem Spiel, oft sind die entwickelten Systeme komplex und kritisch für den Unternehmenserfolg. Entwickler sehen sich bei Fehlern dann in einer Situation, sich rechtfertigen zu müssen – und es liegt nahe, von der Tatsache zu profitieren, dass Business Manager kein gutes Verständnis von der Technologie mitbringen, an der gearbeitet wird. „Wir hatten einen Blue Screen auf dem SQL Server. Fxxx Microsoft!“, heißt es dann beispielsweise von Entwicklerseite – wobei geflissentlich unterlassen wird zu erwähnen, dass der Blue Screen durch ein Driver-Update entstanden ist, das ohne vorheriges Testen direkt auf dem Live-Server durchgeführt wurde.

Welche Geheimnisse aus dem Entwickleralltag würden Sie einem angehenden Informatiker mit auf den Weg geben?

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Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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