Eclipse versus Android Studio

10 Features von Android Studio, die Eclipse-Nutzern gefallen dürften

Sebastian Guillen

© Shutterstock / kirill_makarov

Android-Entwicklern, die nach wie vor mit Eclipse arbeiten, steht eine bessere Alternative zur Verfügung – meint zumindest der erst kürzlich „konvertierte“ Android-Studio-Nutzer Sebastian Guillen. Er präsentiert uns einige nützliche, effizienzsteigernde Funktonen von Android Studio, die für ihn den Ausschlag dafür gegeben haben, nicht mehr mit Eclipse zu arbeiten.

Entwickler sind faul. Und das ist gut so. Warum sollte man auch etwas mit fünf Mausklicks machen, wenn man stattdessen einfach drei Tasten drücken kann? Wer also seine strategische Faulheit kultivieren möchte, könnte sich für all diejenigen Features von Android Studio interessieren, die das Entwicklerleben deutlich erleichtern können.

Jeder, der sich in der Android-Welt bewegt, hat schon von Android Studio gehört. Und wir alle haben auch schon einmal darüber nachgedacht, von Eclipse mit Android Development Tools (ADT) zu Android Studio zu wechseln. Ich sage nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um den Wechsel zu vollziehen – tatsächlich war das bereits vor einem halben Jahr der Fall!

Allerdings ist jetzt durchaus der richtige Zeitpunkt, um einen Blick auf all die kleinen Details von Android Studio zu werfen, die die Entwicklung beschleunigen. All jenen, die es bereits verwenden, wird dieser Artikel in Erinnerung rufen, warum sie zu Android Studio gewechselt sind (abgesehen natürlich von der Tatsache, dass es sich um die offizielle Android-IDE handelt).

Und allen, die bisher noch nicht gewechselt haben, sei an dieser Stelle gesagt: Tun Sie es. Ernsthaft. Tun. Sie. Es. Jetzt. Nach dem Wechsel macht dieser Artikel tausendmal mehr Spaß!

Vor dem Wechsel

Nach dem Wechsel gibt es keinen Weg zurück. Aber keine Sorge, das will sowieso niemand.

Man sollte allerdings trotzdem wissen, dass die Umstellung sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Die Projekt-Struktur verändert sich auf eine Weise, die es unmöglich macht, in beiden IDEs simultan zu entwickeln. Man benötigt etwas Zeit, um sich an Gradle und die neue Entwicklungsumgebung zu gewöhnen. Zudem ist es mit etwas Aufwand verbunden, das Projekt zum kompilieren und laufen zu bekommen. Doch das soll nicht das Thema sein; werfen wir einen Blick auf die Vorteile.

0. Sehr schnelles Öffnen zuletzt verwendeter Dateien

Mithilfe eines einfachen Tastenkürzels (Win: CTRL+E; Mac: CMD+E) springt man direkt zu den kürzlich geöffneten Dateien zurück. Auch eine Option zum Filtern nach Namen steht zur Verfügung, sodass die Maus überhaupt nicht zum Einsatz kommen muss – pure, optimierte Faulheit!

1. Autosave

Standardmäßig werden alle Dateien gespeichert, sobald keine Eingabe mehr erfolgt. Zudem werden sie automatisch aktualisiert, wenn Dateien außerhalb der IDE hinzugefügt werden. Und sie aktualisieren sich sogar, nachdem Dateien in einem anderen Editor bearbeitet wurden! Irgendwann müssen Sie Ihren Enkeln vielleicht erklären, was es bedeutet, Dateien zu „speichern“ …

2. Layout-XML-Vorschau

Während der Arbeit an XML-Dateien wird parallel eine Vorschau der Änderungen angezeigt. Das Wechseln zwischen Tabs – wie in Eclipse – entfällt.

3. Den Ordner anzeigen, der eine Datei enthält

Klickt man im Projekt-Datei-Explorer mit der rechten Maustaste auf eine Datei, so wird der Pfad, unter dem die Datei zu finden ist, im Datei-Explorer angezeigt. Dieses hilfreiche Feature ist in einer Standard-ADT-Installation nicht verfügbar.

4. Intelligente Autovervollständigung

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Die Autovervollständigung funktioniert nicht nur mit den ersten paar Buchstaben des Feldes oder der Methode. Gibt man beispielsweise „Text“ ein, so wird einem standardmäßig auch „autoText“ vorgeschlagen, d. h. es ist möglich, jeden Teil des Suchbegriffs zu verwenden. Das funktioniert sogar mit XML.

5. Häufig implementierte Activities generieren

Android Studio unterstützt den Nutzer bei der Generierung gängiger Activity-Implementierungen (z. B. Login). Dadurch wird nicht nur Overhead-Zeit bei der Einrichtung der Activity gespart, sondern es dient auch als gutes Beispiel für die gemeinsamen Code-Strukturen von Android.

6. Tippfehler-Checks

Eclipse-Nutzer werden sich darüber freuen, dass für jede in Englisch geschriebene Variable und Methode eine Überprüfung auf Tippfehler verfügbar ist. thismethod() würde beispielsweise angestrichen und die Umgebung würde thisMethod() als Lösungsvorschlag anbieten.

7. Integrierte Kommandozeile in der IDE

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles über diesen Vorteil aus. Hinzu kommt, dass, wenn das aktuelle Verzeichnis auf ihr Projekt verweist, Gradle-Kommandos (und ähnliche Dinge) direkt ausgeführt werden können.

8. Farbauswahl

Bei der Betrachtung eines Bildes in der IDE steht eine Option zur Farbauswahl zur Verfügung – sehr hilfreich, um die Farbcodes, die man verwenden möchte, zu ermitteln. Außerdem können Farben, anstatt selbst nach dem Farbcode suchen zu müssen, aus einer Palette ausgewählt werden, wenn man sie in colors.xml eingefügt hat.

9. Hilfreiche VCS-Integration

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Wer war noch nicht davon frustriert, ein Git-Plug-in in Eclipse zu verwenden? Die VCS-Integration in Android Studio bringt ein paar gute Versionskontroll-Funktionen mit, inklusive einer Github-Integration. Dazu gehören etwa auch die „view file on Github“-Option (auf die Codezeile genau – nett, oder?) sowie mehrere hilfreiche statische Code-Checks vor dem Committen.

Von Eclipse zu Android Studio

Sie könnten sich nun fragen, warum diese Liste eigentlich bei 0 anfängt. Gegenfrage: Wann haben Sie zuletzt ein Array mit Basis 1 erstellt?

Ein paar dieser Funktionen könnten sich auch in Eclipse mit dem ADT-Plug-in verstecken; vielleicht sind sie auch in einigen anderen Plug-ins zu finden. Das spannende an Android Studio ist aber, dass sie dort von Anfang an zur Verfügung stehen. Out-of-the-Box, einfach zu finden, keine Plug-ins notwendig.

Eclipse-Nutzer dürfen sich außerdem auf ein paar weitere kleine Überraschungen freuen. Zum Beispiel wird die IDE eine Warnung anzeigen, wenn sie unbenutzte öffentliche Methoden oder Variablen findet. In Eclipse gibt es diese Warnungen nur für private Felder. Auch mit dem Decompiler kann man seinen Spaß haben, ist er doch sehr hilfreich, wann immer man sich die Hände mit externen Klassen schmutzig macht – und von den sehr netten IDE-Shortcuts reden wir gar nicht erst.

Alle die in diesem Artikel beschriebenen Features können sich mit der Zeit ändern. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit der neuen IDE aus? Fehlen wichtige Funktionen? Muss etwas aktualisiert werden? Teilen Sie Ihre Gedanken und Kommentare mit uns!

Aufmacherbild: Robot with WWW sign. Website building or repair concept via Shutterstock / Urheberrecht: kirill_makarov

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Sebastian Guillen
Sebastian Guillen
Sebastian Guillen ist ein Android-Entwickler aus Berlin, der viel Erfahrung mit der Arbeit in verschiedenen Entwicklungsumgebungen wie Eclipse und Android Studio hat. Er ist ein großer Fan und Kritiker von UX und Einfachheit. Sie können ihn auf LinkedIn finden.
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