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Aus dem Entwickler-Nähkästchen: Teil 10

10 Antworten auf die Frage: Wie sollte Oracle mit Java umgehen?

Viel wurde geschrieben über den Umgang Oracles mit Java nach der Übernahme von Sun Anfang 2009. Viel Wasser ist seither den Rhein bzw- die San Francisco Bay (hoch- und) heruntergeflossen. Kurz vor dem offiziellen Launch von Java 7 haben wir zehn Java-Entwickler in verschiedenen Positionen gefragt, wie Oracle nun mit Java umgehen sollte.

Wie sollte Oracle Deiner Meinung nach mit Java umgehen?

Verantwortungsvoll. Ein offenes Ohr für die Community haben, aber nicht voreilig handeln. Nie war die Anzahl der Betriebssysteme und Plattformen größer als heute, eigentlich ein wichtiger Grund für Firmen, auf Java zu setzen, um einen größtmöglichen ROI aus den Investitionen in die Software-Entwicklung herauszuholen. Martin Wildam, HENRICHSEN Austria GmbH

Es bleibt zu hoffen, dass Oracle nicht auf dumme Gedanken kommt und versucht, aus Java
selbst Profit zu schlagen. Mir gefällt auf alle Fälle die neu gewonnene Dynamik, die seit der
Übernahme von Sun durch Oracle deutlich spürbar ist. Es tut sich endlich wieder etwas bezüglich
der Weiterentwicklung von Java. Sollte mit Java 8 noch ein anständiges Modulkonzept kommen,
dann bin ich fast schon restlos glücklich. Bernhard Löwenstein, Intervista AG

Java ist durch die Java-Community zu dem geworden, was es ist. Viele erfolgreiche Erweiterungen wie beispielsweise JPA sind Rückmeldungen aus dem wahren Leben in die Sprache bzw. in die standardisierten APIs und deren Referenzimplementierungen. Die Community ist also ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs, und dem sollte Oracle Rechnung tragen. Stefan Reichert, Lufthansa Systems, Twitter: @stefanreichert

Oracle muss eine klare Position bezüglich der mittel- und langfristigen Strategie beziehen. Das ist inzwischen teilweise passiert, hat aber viel zu lange gedauert. Dabei müssen sie den Spagat zwischen Rentabilität und einer historisch gewachsenen Java-Philosophie meistern. Das Schlimmste, was passieren könnte, ist die Gefahr, die Java-Gemeinde zu spalten. Auch sollte noch viel mehr das Gespräch mit der Community gesucht werden. Hier liegt das Potenzial, mit dem Java auch in der Zukunft punkten kann. Uwe Sauerbrei, emCON www.emcon-partner.de, Leader JUG Ostfalen

Der Zugang zu JRE und zum JDK sollte immer frei und kostenlos sein. Java SE sollte Java ME auf mobilen Endgeräten ersetzen. Eine „Diät“ könnte Java auch nicht schaden (Project Jigsaw schafft hier hoffentlich Abhilfe). Im Prinzip sollte der eingeschlagene Weg (OpenJDK als Referenzimplementierung) weiterverfolgt werden.
Gerrit Grunwald, Raith GmbH, Twitter: @hansolo_

Oracle sollte offener und transparenter mit der Java-Community umgehen, d.h frühzeitig ihre Strategien kommunizieren. Jochen Stricker, Verlag C.H. Beck oHG, Leader JUG Augsburg

Weiterhin dafür sorgen, dass Java eine Plattform bleibt, auf der man sinnvoll arbeiten kann. Dabei bitte die Entwicklergemeinde nicht vergessen und an Entscheidungen beteiligen.
Johannes Leebmann, Leader JUG Darmstadt

Oracle vertritt aktuell die Meinung, es gäbe keine Bestrebungen, die Java-Plattform in irgendeiner Art und Weise für die freie Verwendung einzuschränken. Aufgrund ihrer Produktpalette dürfte Oracle auch ein sehr großes Interesse an einem zukünftigen Erfolg der Plattform haben. Hält Oracle diese Versprechen, sind wir auf einem guten Weg.
Martin Dilger, Pentasys AG

Fragmentierung auf dem mobilen Sektor vermeiden und endlich eine ähnlich stabile Plattform wie auf dem Server schaffen. Strategische Partnerschaften eingehen, sodass auf allen mobilen Plattformen ein gesundes Java-Ökosystem entstehen kann.
Martin Ahrer, Leader eJUG Austria

Oracle sollte nicht versuchen, kurzfristig möglichst viel Kapital aus Java zu schlagen (z.B. durch Lizenzforderungen und Patentklagen) und dabei die Community vergraulen. Auch der JCP sollte nicht zu stark kontrolliert werden und offen bleiben – wenn auch vorangetrieben werden, um Ergebnisse zu erzielen. Diese Gratwanderung bedarf sicher viel Fingerspitzengefühl, und man darf gespannt sein, wie gut dies Oracle gelingen wird.
Kai Kreuzer, openHAB.org

Und wie sollte Oracle Deiner Meinung nach mit Java umgehen?

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