Aus dem Entwicklernähkästchen

10 + 1 Antworten auf die Frage: Welcher IT-Trend wird für das Jahr 2014 besonders wichtig?

Hartmut Schlosser

Aus dem Entwickler-Nähkästchen plaudern Java-Entwickler aller Couleur über ihre persönlichen Erfahrungen mit der „beliebtesten Programmiersprache der Welt“. Heute stellen wir die Frage:

Deine Prognose: Welcher IT-Trend wird für das Jahr 2014 besonders wichtig?

Das Thema Sicherheit wird uns durch das kommende Jahr begleiten. Was geschieht mit den Daten, wie gehen wir mit den Daten um, was bedeutet Privatsphäre im Lichte der bekannten (noch kommenden) Enthüllungen. Das bringt viele neue technologische Herausforderungen hervor. Vielleicht ist es mit Daten so ähnlich wie in der Kernphysik. Mit der Überschreitung einer kritischen Masse setzt eine Reaktion ein. Uwe Sauerbrei (Leader JUG Ostfalen )

 

 

Hm, ich mache mal einen gewagten Spruch: Back to the roots. Was meine ich damit? Ich denke, wir beschäftigen uns zu häufig mit neuen Sprachen und Frameworks und viel zu wenig mit gutem Softwaredesign und Architektur. Ich führe häufig Code Reviews durch und stelle regelmäßig fest, dass zwar alle coolen neuen Sprachfeatures oder Funktionen eines Frameworks ausprobiert und eingesetzt wurden, grundlegende Prinzipien einer Architektur aber verletzt wurden und es deswegen zu Performance- oder Stabilitätsproblemen gekommen ist. Deswegen sollten wir uns für die Zukunft mehr wieder um die gute alte „Handwerkskunst“ kümmern. Andy Bosch (JSF-Academy.de)

 

 

Ich kann derzeit keinen neuen Trend erkennen. Grundsätzlich ist zu beobachten: Die Cloud kommt nur langsam, Big Data und NoSQL sind nette Buzzwords, aber für die meisten Unternehmen nicht von Relevanz, und der Computer in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen (Notebook, Smartphone, Tablet, …) durchdringt immer mehr unser tägliches Leben. Bernhard Löwenstein (javatraining.at)

 

 

Ich könnte jetzt versuchen, etwas besonders Ausgefallenes zu nennen. Oder aber eines der aktuellen Hype-Themen. Ich bin aber der Überzeugung, dass aus dem Blickwinkel eines Java-Entwicklers der am meisten unterschätzte IT-Trend im Jahr 2014 der Umgang mit Java-Altsoftware sein wird. Je nach Entwicklungsstart haben viele Unternehmen Java-Software im Einsatz, die fünf, zehn oder beinah fünfzehn Jahre alt ist und dennoch ein wertvolles, wenn nicht sogar das wertvollste Asset der Unternehmen darstellt.

 

Diese Anwendungen haben beinahe den Status einer Cobol-Anwendung, nur eben in Java geschrieben. Und hier besteht für das Jahr 2014 und darüber hinaus die Notwendigkeit einer Java (Alt) zu Java (Neu) Migration. Die schiere Größe dieser Anwendungen lässt selten eine Neuentwicklung zu, sodass oft nur eine sanfte technologische Migration unter Beibehaltung der wesentlichen Fachlichkeit als Ausweg bleibt. Aufgrund des heutigen Funktionsumfangs von Java und Java EE lohnt sich dieser Schritt in der Regel dennoch, natürlich verbunden mit der einen oder anderen spannenden (technologischen) Herausforderung.

Mit Genugtuung haben einige unserer Kunden Oracles Bekenntnis zu Embedded Java aufgenommen. Dabei bin ich mir noch nicht sicher, ob im Jahr 2014 der große Durchbruch ansteht. Wir sehen aber in den Entwicklungsabteilungen immer öfter „standardisierte“ Kleinstrechner mit installiertem Java, die zeitnah eigenentwickelte Hardware und hardwarenahe Software zu weiten Teilen ersetzen sollen. Ich drücke die Daumen, Raspberry Pi. Jens Schumann (open knowledge GmbH)

 

 

Puh, ganz allgemein gesehen werden wir das klassische „Web“ ein wenig weiter sterben sehen und mehr und mehr kleine deutlich schlankere Webapps zu sehen bekommen, welche genau ein Problem lösen. Dieses aber richtig 🙂 Ich glaube, dass die Zeit der großen All-in-One-Wonder-Machines wie z.B. Lotus Notes und dergleichen, vorbei ist.

 

Ansonsten erwarte ich ein Konsolidierung in der JavaScript / Dart / HTML5 „Web-Welt.“

Was bestimmt auch sehr, sehr spannend wird, ist das Thema „Internet of Things“ – was Kollege Gosling zu Beginn der Javaentwicklung als Zielplattform ansah, kommt nun endlich um die Ecken 🙂 Hier erwarte ich richtig viele tolle spannende Neuerungen und weitere Ideen, uns mehr in den einfachen Dingen zu vernetzen und zu automatisieren. Joachim Arrasz (synyx GmbH & Co. KG, @arrasz)

 

 

Was mich derzeit stark beschäftigt, ist das Thema Continuous Delivery. Hier gibt es noch sehr, sehr viel zu tun, und es gibt einige interessante Tools, die hier für 2014 bereitstehen.

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich hier sehr viel tun wird, und ich hoffe sehr, dass dieser Trend von möglichst vielen aufgegriffen wird. Martin Dilger (Effective Trainings & Consulting)

 

 

Ich gehe davon aus, dass alles rund um IoT sehr viel Aufmerksamkeit erhalten wird. Sven Rupert (SiteOS AG)

 

 

Sicherheit und Privatsphäre. Es muss viel einfacher werden, Techniken wie Verschlüsselung und sichere Authentifizierung zu verwenden. Florian Thienel (Eclipse Vex Project Lead)

 

 

Da sehe ich zwei wichtige Entwicklungen auf uns zukommen. Zum einen denke ich, dass Kleinstsysteme wie Raspberry Pi und Arduino weite Verbreitung finden werden. Wir können uns heute noch gar nicht vorstellen, wofür diese Geräte in naher Zukunft überall eingesetzt werden. Übrigens auch zu Zwecken, die uns Sorgen machen sollten. Aber das ist ein anderer Themenkomplex. Jedenfalls können wir einen Java Application Server auf dem Pi installieren. Manche Leute fragen: Mein Gott, warum sollte man? Ich dagegen finde, das eröffnet ganz spannende Möglichkeiten. Es werden tolle Ideen entstehen, was man damit alles entwickeln kann. Es ist auch für Java ein wichtiger Trend, auf solchen Geräten einsetzbar zu sein.

 

Als zweiten Trend sehe ich das Thema Sicherheit. Viele Unternehmen werden sich nach den NSA-Enthüllungen neu überlegen müssen, wie sie ihre Daten besser schützen können. Hier geht es nicht nur um Kundendaten, sondern insbesondere auch um Industriespionage. Denn wenn Geheimdienste sich in so großem Umfang Zugang zu Daten verschaffen können, dann verfügen vermutlich auch andere Angreifer über Fähigkeiten, die weitreichender sind, als man es eventuell für möglich gehalten hatte. Aus der Praxis weiß ich, dass viele Daten und Systeme immer noch höchst unzureichend geschützt sind. Dies wäre eigentlich auch ein sehr wichtiges Thema für den Privatbereich. Allerdings kann ich hier keinen Trend erkennen. Stattdessen macht es mich eher sprachlos, mit welcher Gleichgültigkeit viele Menschen den Schutz ihrer privaten Daten betrachten. Das ist ausgesprochen bedenklich. Thilo Frotscher (Freiberuflicher Softwarearchitekt und Trainer)

 

 

Es ist schon fast abgedroschen, aber M2M, vor allem aber offene Daten, Protokolle und Standards, die unabhängig von Betriebssystem und Programmiersprache des jeweiligen Geräts eine möglichst ungehinderte Kommunikation erlauben, werden dabei die wichtigste Rolle spielen. Insellösungen oder gar „patentierte“ proprietäre Systeme sind selbst von großen und einst erfolgreichen Anbietern eher zum Scheitern verurteilt. Werner Keil (Creative Arts & Technologies)

 

 

Ich kann mir vorstellen, dass die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz durch die Enthüllungen der letzten Monate einen wesentlich höheren Wert erhalten als sie das ohnehin schon haben. Patrick Peschlow (codecentric AG)

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: