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Dart: Was es mit Googles neuer Sprache auf sich hat

Hartmut Schlosser

Google hat eine neue Leidenschaft entdeckt: DART - wie unsere Kollegen vom PHP Magazin berichteten. Anscheinend tüfteln die Mountain Viewer an einer neuen Programmiersprache für die Web-Entwicklung. Außer einem Vortrags-Abstract war bisher indes kein Material über die Ausrichtung der neuen DART-Sprache bekannt geworden - was eine durchgesickerte E-Mail nun ändert.

In einer Nachricht vom 16. November 2010, abgesendet von Googles Mark S. Miller an die Mailing-Liste javascript-standard@google.com, wird das neue Sprachprojekt unter dem Namen "Dash" als Ersatz für JavaScript beschrieben. Aus "Dash" ist nun offensichtlich "Dart" geworden...

In der Mitteilung heißt es, JavaScript verfüge über Schwachstellen, die durch eine reine Weiterentwicklung der Sprache nicht zu beheben seien. Im Rahmen des Harmony-Projektes will sich Google zwar weiterhin an den Anstrengungen zur Verbesserung von JavaScript beteiligen. Darüberhinaus macht man aber mit dem neuen Projekt Dash (alias Dart) reinen Tisch und will eine Sprache bereitstellen, die die dynamische Natur von JavaScript beibehält, aber über bessere Performanz und ein besseres Tooling verfügt.

In Rahmen des Projektes soll mit "Push for Dash" ein neuer offener Standard entstehen, der von populären Browsern untertstützt werden soll. Das Dash bzw. Dart Tooling soll einen Cross-Compiler beinhalten, um JavaScript für Browser ohne Dart-Support zu erzeugen.

In der ausführlichen Beschreibung heißt es beispielsweise:

Javascript as it exists today will likely not be a viable solution long-term. Something must change.

Either we can try to evolve Javascript, or we can push for a new language that addresses core problems in Javascript that can't be repaired easily or quickly.

Bemerkenswert ist die Risikoeinschätzung. Während die Möglichkeit, JavaScript weiterzuentwickeln, als risikoarm aber wenig effizient eingeschätzt wird, hält man den neuen Sprachansatz Dart für gewinnbringender aber riskant. Es stelle insbesondere eine große Herausforderung dar, andere Browser-Anbieter von der Unterstützung einer neuen Sprache zu überzeugen.

Interessant ist auch die Frage, ob Dart langfristig Java ersetzen soll. Für viele Projekte wäre das tatsächlich eine Option, heißt es in der E-Mail. Allerdings wäre eine signifikante Entwicklungs-Anstrengung in Bezug auf Dart Tooling und Dart-Libraries vonnöten. Das eigentliche Ziel von Dart liegt aber letztlich darin, JavaScript als lingua franca der Webentwicklung zu ersetzen.

Die Spezifikationen für Dart sollten schon im ersten Quartal 2011 fertiggestellt worden sein, die Dart VM und der Dart Cross Compiler sollten kurz darauf folgen. Die ersten Versionen von Dart werden aber noch keine Optimierungen enthalten und nicht für produktive Einsätze geeignet sein. Diese ersten Versionen sollen ebenfalls noch in 2011 zur Verfügung stehen. Unklar scheint indes noch zu sein, wie genau die Interoperation zwsichen JavaScript und Dart aussehen soll.

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