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Die 7 Todsünden eines Java-Entwicklers

Judith Lungstraß

Isabel Drost listet in ihrem Blog Inductive Bias die sieben Todsünden auf, die ein Java-Entwickler begehen kann, wenn er ein Framework benutzt, das ja eigentlich seine Arbeit vereinfachen sollte. Dabei bezieht sie sich auf den von Jay Hill in seinem Blog veröffentlichten Artikel The seven deadly sins of solr, verallgemeinert ihn zuerst und erweiterte ihn dann um einige Java-spezifische Aspekte.

1. Todsünde: Faulheit

Viele Menschen benutzen regelmäßig Abkürzungen und erledigen dadurch eine Aufgabe nicht ordentlich, nur um Zeit oder Aufwand einzusparen. Doch solch eine Faulheit zahlt sich immer irgendwann aus und wird deshalb in Scrum auch als "Technical Debt" bezeichnet: Man bekommt zwar kurzfristig eine Erleichterung, muss die eingesparte Arbeit aber letztendlich doch zurückzahlen.

In der Java-Entwicklung sieht Drost oft, dass diese Sünde dadurch begangen wird, dass ein Entwickler die Default-Konfigurations-Dateien nicht anpasst bzw. nicht einmal einsieht. Auch die GC- und JVM-Einstellungen sollte jeder persönlich auf seine eigenen Gewohnheiten abgestimmt anpassen.

2. Todsünde: Geiz

Services auf mangelhafter Hardware laufen zu lassen, nur um Kosten einzusparen, wird sich definitiv früher oder später rächen. Drost empfiehlt ihren sündigen Lesern: Hören Sie auf, geizig zu sein und legen Sie sich anständige Hardware zu!

3. Todsünde: Hochmut

Viele Entwickler lieben es, Code zu schreiben, doch auch das kann eine Todsünde sein! Man sollte sich nämlich, anstatt sich immer nur auf sich selbst zu verlassen, vor der Programmierung darüber informieren, welche Optionen bereits existieren und was man aus diesen Optionen lernen kann. Denken Sie dran: Sie müssen nicht das Rad neu erfinden!

In diesem Falle gilt: Communication is key. Gerade von frei verfügbarer Software könne man nämlich laut Drost sehr viel lernen, in dem man die Mailing-Listen der jeweiligen Open-Source-Projekte benutzt. Wenn die Software, um die es geht, im eigenen Hause entwickelt wurde, könne man auch einfach einmal mit den betreffenden Entwicklern reden. Und vergessen Sie auch nicht die aus der agilen Programmierung stammenden Prinzipien des Pair Programming und der Code Reviews.

4. Todsünde: Wolllust

Unersättlich zu sein und immer mehr zu wollen, zählt bekanntlich zu den schlimmsten Todsünden. Auch hier findet Drost ein Beispiel aus der Java-Welt, setzen doch viele Entwickler die JVM-Heap-Größe zu hoch an und lassen nicht genug RAM für das Betriebssystem, wodurch Java den gesamten Speicher des Rechners frisst. Allgemein empfiehlt es sich nicht, zu viel an den JVM-Parametern herumzuschrauben. Lieber sollte man an der Konfiguration der Anwendung, an den Bibliotheken und Frameworks arbeiten und eine Menge an Speicher für die eigene Anwendung verwenden, die Sinn macht und angemessen ist.

5. Todsünde: Neid

Features haben zu wollen, die einem auf anderen Seiten gut gefallen, die aber die eigene Seite eigentlich gar nicht braucht, ist ein Ausdruck der Todsünde Neid. Dazu zählt auch, stets einen größeren Index als andere haben zu wollen, alles offen und konfigurierbar zu lassen und bereits vor dem Start der Anwendung eine Milliarde Nutzer einzuplanen. Neidische Entwickler sollten, Drost zufolge, stattdessen planen, was für das eigene Projekt vernünftig erscheint, den echten - nicht erwünschten! - Traffic berücksichtigen und auftretende Engpässe identifizieren, um sie schließlich beheben zu können.

6. Todsünde: Völlerei

Es gibt immer noch eine große Menge an Programmierern, die unnötige Arbeit leisten, weil sie Features und Konfigurationen ausarbeiten, die im Endeffekt sowieso nicht genutzt werden. Versuchen Sie doch lieber einmal, die Dateien und ihre Nutzer zu verstehen und anschließend ihr Schema danach aufzubauen. Und warum behalten Sie Daten, die Sie eigentlich gar nicht brauchen?

7. Todsünde: Zorn

Wenn Drost von der Sünde Zorn spricht, meint sie nicht die heute geläufige Bedeutung als Synonym von Wut sondern eher die ursprüngliche: Zornige Menschen verleugnen stur die Wahrheit, sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber und sind sehr ungeduldig.

So glauben sie etwa, dass sie ihre Daten nie neu indizieren müssten und planen Recovery-Maßnahmen nur in den seltensten Fällen mit ein. Wer zornig mit seiner Anwendung in die Produktion eilt, riskiert jedoch erhebliche Qualitätsmängel und einen schlechten Ruf sowohl bei privaten als auch bei Geschäftskunden.

Sind auch Sie ein Sünder?

Wie steht es mit Ihnen, sündigen auch Sie manchmal bei der Java-Entwicklung? Und welche Sünde schätzen Sie persönlich als die schlimmste ein?

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