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Die Darstellung großer Datenmengen

Visual Simplexity

Visual Simplexity
Autor: 
Markus Nix
Verlag: 
entwickler.press
Erschienen: 
2013
Seiten: 
240
Preis: 
49,90 Euro
Sprache: 
Deutsch
ISBN: 
978-3-86802-099-1

„Daten werden zunehmend zu einem wertvollen Rohstoff – und Datenvisualisierung damit zum notwendigen Prozess, diesen Rohstoff zu veredeln und nutzbar zu machen.“ So startet Visual Simplexity, ein Buch, das in der Geschichte des entwickler.press-Verlags einmalig ist. Weil Print nicht tot ist, weil Daten so wunderschön und atemberaubend sein können, dass man sie sich zuhause am liebsten an die Wand hängen möchte. Ja, dass man mit ihnen ganze Museen füllen könnte.

Geschichte der CNN-Website

Datenvisualisierung ist keine neue Wissenschaft, neu ist aber die Fülle an Daten, die unsere Welt täglich produziert. Und es werden immer mehr. Je komplexer das Feld Big Data wird, umso vielfältiger werden auch Datenvisualisierungen. Das war der Ausgangspunkt für Markus Nix, verschiedene Gestalter anzusprechen und in diesen Bildband aufzunehmen. Das Ergebnis sind 240 Seiten voller „bunter Bilder“, aufgeteilt in die Kategorien Mass Data Mess, Net Simplexity, Map Simplexity und Data Emotions. Von der globalen Lebenserwartung im Verhältnis zum Einkommen und der Geschichte der CNN-Website (Abb. 1) über die weltweit ansteckendsten Krankheiten (Abb. 2) bis hin zu den mit Geo-Tags gespeicherten Bildern auf Flickr und Picasa in New York (Abb. 3) oder der Visualisierung aller Tweets und Flickr-Daten, die mit Geo-Tags versehen wurden (Abb.4). Wie man sieht, muss eine Rezension über ein Datenvisualisierungsbuch jede Menge Bilder enthalten. Visual Simplexity ist ein Buch, das zum Stöbern einlädt und in vielerlei Hinsicht lehrreich ist. Nicht zuletzt für uns Journalisten, aber auch für Wissenschaftler, Designer, Künstler. Datenvisualisierung ist lehrreich, weil sie erklärt, wie die Dinge wirklich sind.

Weltweit ansteckendste Krankheiten

„Es liegt eine gewisse Arroganz darin zu glauben, dass alles in unserer Welt messbar, erklärbar, darstellbar ist.“ Wenn Daten uns keine wichtigen Informationen vermitteln wollen, dann werden sie zu Kunst. Weil sie beispielsweise den Klang von Beethovens Symphonie No. 5 visualisieren. Der rein künstlerische Teil ist im letzten Kapitel „Data Emotions“ abgebildet und bildet einen schönen Abschluss zu dieser bunten Sammlung von Fakten und Zahlen.

Geo-Tags gespeicherter Bilder auf Flickr und Picasa in New York

Wir sollten aber gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um NSA und PRISM kritisch hinterfragen, wie sehr der Rohstoff „Daten“ ausgebeutet werden kann. Da regen manche Visualisierungen im Buch auch zum Nachdenken an, wie beispielsweise die von Nicholas Felton, der seit 2005 eine statistische Auswertung des eigenen Lebens vornimmt (Felton Annual Report). Alles wird erfasst: seine Reisen, Mahlzeiten, Schlafgewohnheiten. So weiß ich jetzt zum Beispiel, dass er bei einer Auswahl von Früchten am liebsten zur Mango und bei Fleisch am liebsten zu Schwein greift. Wenn er isst, dann meistens in seinem Apartment in Brooklyn und bevorzugt zusammen mit Olga. Ansonsten war er letztes Jahr in fünf verschiedenen Ländern zu Gast und in den USA bereiste er vierzehn Bundesstaaten. Die könnte ich Ihnen jetzt auch genau aufzählen, aber das würde zu weit führen.

Visualisierung aller Tweets und Flickr-Daten, die mit Geo-Tags versehen wurden

Fazit: Warum das Buch so begeistert? Wegen der visuellen Präferenz des Menschen, die uns schon in die Wiege gelegt ist. Wir wollen Daten verstehen und mit anderen darüber diskutieren. In Zukunft wird das wichtiger und auch interessanter, wie der letzte Satz des Bildbands klarmacht: „Nie zuvor hatte Statistik mehr Sex-Appeal“!

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