JAXenter.de

Das Portal für Java, Architektur, Cloud & Agile
X

Schon abgestimmt im Quickvote? Docker versus Rocket - wer hat Recht?

W-JAX Countdown

M2M: Wenn Maschinen sprechen lernen

Nach dem erfolgreichen „Embedded Experience Day“ auf der JAX 2013 ist das Internet der Dinge bzw. M2M auch bei der W-JAX wieder ein Thema. Wir sprachen im Vorfeld mit Wolfgang Frank, Speaker der Session "M2M: Hey machines – let’s talk!", über die Vorteile vernetzter Geräte, Schlüsseltechnologien im Internet der Dinge und die Rolle, die Android darin einnehmen wird.

JAXenter: Das „Internet der Dinge“ wird oft in einem Atemzug mit der Maker-Bewegung und Einplatinenrechnern genannt. Muss man schon einmal mit einem Arduino, Raspberry Pi – oder wie sie nicht alle heißen – experimentiert haben, um sich etwas unter dem IoT vorstellen zu können?

Wolfgang Frank: Das "Internet of Things" und auch "Machine to Machine" sind ja keine neuen Begriffe, sondern waren auch schon vor Arduino und Co. da. Die Idee dahinter ist eigentlich weitgehend unabhängig von der konkreten technischen Ausprägung. Im Grunde geht es darum, alle möglichen Dinge (physisch und virtuell), wie z. B. Sensoren und Geräte, adressierbar  und ansteuerbar zu machen, bzw. von diesen vernetzten Dingen Informationen zu erhalten. Mit der Miniaturisierung von Platinen/Prozessoren und auch Akkus werden die Möglichkeiten einfach jeden Tag größer und erschwinglicher, um auch in der Breite (z. B. im Consumer-Umfeld) eingesetzt zu werden. 

Jedes "Thing" bietet dabei einen Service oder Daten an oder konsumiert welche, eben genauso wie die bekannte Client-/Server- und P2P-Kommunikation, die wir heute aus dem WWW-Internet kennen. Die Gesamtheit dieser anfallenden Daten und das Zusammenspiel der Services machen das IoT dabei aus.

JAXenter: Was fasziniert Sie an der Vision des „Internets der Dinge“?

Wolfgang Frank: Ich finde den Gedanken spannend, dass man sich nicht nur mit "dummen“ Dingen umgibt, sondern dass die Umgebung und die einen umgebenden Dinge eine Art von Intelligenz erhalten, oder zumindest Informationen beisteuern können, die intelligent ausgewertet werden können, um damit die Lebensqualität für Mensch und Natur verbessern zu können. Mich fasziniert im Moment auch die Tatsache, dass durch die erschwinglichen Mikrocontroller auch Hobby-Bastler an M2M und IoT teilhaben können und dieser Themenbereich niemanden per se ausschließt.

JAXenter: Wer wird Ihrer Einschätzung nach am meisten von der Umsetzung dieser Vision profitieren?

Wolfgang Frank: Ich hoffe natürlich jeder, der sich in der Welt der IoT bewegt. 

Aus Unternehmenssicht werden letztendlich Firmen, die in den Bereichen Integration, Vernetzung und Mobility stark sind, gute Möglichkeiten und Chancen haben, ihre Innovationen (hoffentlich gewinnbringend) einzubringen. Profitieren wird sicher auch der Bereich Cloud-Computing (SaaS, PaaS, MBaaS), der einige infrastrukturelle Voraussetzungen schafft, auf denen das IoT aufsetzen kann und wird.

JAXenter: Was sind Ihrer Ansicht nach Schlüsseltechnologien zur Umsetzung des IoT?

Wolfgang Frank: Meiner Ansicht nach wird das Thema der Energie eine absolute Schlüsselrolle spielen. Je intelligenter und nutzbringender die "Things" werden sollen, desto größer wird ihr Energiebedarf. Dieses Problem ist, soweit ich es sehe, noch nicht wirklich gelöst. Niedrigenergie-Technologien wie BluetoothLE oder NFC helfen sicher mit, dieses Thema anzugehen, aber es besteht sicher noch Verbesserungsbedarf.

JAXenter: Welche Rolle wird Android im Embedded-Bereich spielen?

Wolfgang Frank: Android hat gute Voraussetzungen, einen Platz in der IoT-Landschaft als eine der verwendeten Technologien zu finden. Grundsätzlich war das Konzept schon von Anfang an darauf ausgelegt, auch mit stark beschränkten Rahmenbedingungen leistungsstarke Dienste zur Verfügung zu stellen. Mit steigenden Fähigkeiten der Mikrocontroller wird eine JVM, bzw. DALVIK-VM, durchaus eine Alternative zu der klassischen Embedded-Entwicklung mit C/C++ und Co. darstellen, da hier bereits viel Know-how und zahlreiche Werkzeuge genutzt werden können.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Wolfgang Frank ist Geschäftsführer der arconsis IT-Solutions GmbH aus Karlsruhe. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren hauptsächlich mit der Android- und iOS-Entwicklung. Als Agile Coach (CSM, CSP) und Softwarearchitekt für komplexe Enterprise-Systeme unterstützt er Kunden beim Bau von Mobile Gateways zur Anbindung an die mobile Welt. Er schreibt für diverse Magazine Fachartikel und hält regelmäßig Vorträge auf Fachkonferenzen wie der MobileTechCon.

W-JAX 2013
Wann: 4. - 8. November 2013
Wo: The Westin Grand Hotel, München
Wie: Bis zum 12.9.2013 profitieren Frühbucher noch von den Early-Bird-Rabatten
Infos: http://jax.de/

 

Kommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Als Gast kommentieren:

Gastkommentare werden nach redaktioneller Prüfung freigegeben (bitte Policy beachten).

WEITERE TEILE DER SERIE: W-JAX 2013