Eclipse RAP Helios
Eclipse RAP Helios
JAXenter: Welche Integrationen von RAP bestehen zu anderen Eclipse-Projekten?
Rüdiger Herrmann: Da RAP weitgehend die gleichen APIs wie RCP bereitstellt, gab es von jeher viele Projekte, die sich einfach integrieren ließen. Mit der Integration des Business Intelligence and Reporting Projekts (BIRT) lassen sich anspruchsvolle Diagramme und Auswertungen in RAP darstellen.
Für flexible Datenbindung, die z.B. bei Formular-lastigen Anwendungen das Leben erleichtern, steht JFace Databinding zur Verfügung. Databinding erlaubt es nicht nur, zwischen Benutzerschnittstelle und Modell zu validieren und synchronisieren. Es können beliebige Objekte, etwa Working-Copy und endgültiges Datenmodell, abgeglichen werden.
Immer mehr Eclipse-Projekte bieten Unterstützung für RAP. Mit dem Eclipse Modeling Framework steht ein Framework bereit, um strukturierte Datenmodelle zu erzeugen und damit umzugehen. Allerdings war die Integration von EMF bisher auf das Modell beschränkt. Im Helios Release hat das EMF-Team Unterstützung für EMF-Editoren auf RAP implementiert. Mit EMF Edit für RAP lassen sich nicht nur wie bisher Modelle sondern auch darauf zugeschnittene Editoren generieren. Somit kann der Anwendungsprogrammierer in kurzer Zeit Datenmodelle erstellen und erhält eine einfache Benutzerschnittstelle, um damit zu experimentieren.
Eine weitere Neuerung in Helios sind Riena Ridgets in RAP. Riena ist eine Plattform und stellt Dienste, die typischerweise für die Entwicklung von Geschäftsanwendungen hilfreich sind, zur Verfügung. Ridgets sind höherwertige Komponenten, die vom Widget Toolkit abstrahieren. Sie vereinfachen den Zugriff auf Widgets für typische Anwendungsszenarien und erleichtern den Umgang mit Benutzerschnittstelle und Modell nach dem MVC-Architekturmuster. Danke an das Riena Team für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.
JAXenter: Sie arbeiten auch an einem Projekt im Zusammenhang mit dem Google Summer of Code. Können Sie erklären, worum es sich hierbei handelt?
Rüdiger Herrmann: Genau genommen geht es um zwei Google-Summer-of-Code-(GSoC-)Projekte, die ich jedoch lediglich betreue. Der GSoC wird, wie der Name vermuten lässt, von Google organisiert und bietet Stipendien für Studenten, die an einem Open-Source-Projekt mitarbeiten möchten. Die Projekte stellen dafür einen oder mehrere Mentoren, die die Studenten bei ihrer Arbeit unterstützen.
Beide Projekte haben zum Ziel, das Tooling für Entwickler, die mit RAP arbeiten, zu verbessern. Benjamin Muskalla entwickelt in diesem Rahmen einen CSS-Editor. Da RAP zur Anpassung der Widgets an die Anforderungen des Webs auf CSS setzt, können komplexe CSS-Dateien entstehen. Dafür gibt es derzeit keine Tool-Unterstützung. Diese Lücke möchte das GSoC-Projekt schließen. Weitere Details zum Projekt stehen im Projekt-Wiki.
Die wohl am häufigsten nachgefragte Erweiterung im Tooling ist eine Möglichkeit, mit wenigen Mausklicks aus der Entwicklungsumgebung heraus aus einer RAP-Anwendung ein Web ARchive (WAR) zu erstellen. Dieses Feature will Holger Staudacher mit dem sogenannten WAR Export Wizard nachreichen. Auch hierzu liefert das Projekt-Wiki weitere Details.
JAXenter: Und welche Entwicklungen in RAP sind für den nächsten Release-Zyklus Indigo geplant?
Rüdiger Herrmann: Eine der Neuerungen, die bereits in Arbeit ist, ist ein neuer Tree. Die bestehende Implementierung wurde den Anforderungen nicht mehr gerecht. Der neue Tree beseitigt die Beschränkungen der alten Trees und bringt höhere Geschwindigkeit.
Abgesehen von dieser Neuerung gibt es noch keinen festen Plan für die nächste Version. Wir sind derzeit dabei, Anregungen und Wünsche aus der Community zu sammeln und zu bewerten. Interessierte können die Diskussion auf der Newsgroup verfolgen und ihre Ideen beitragen. Hoch im Kurs stehen Keybindings (deklarative Tastaturkürzel), eine Implementierung der Draw2D-API (zum vektorbasierten Zeichnen) und die Aufnahme des Upload-Widgets in das Release. Auch an mit Drag und Drop verschiebbaren Workbench-Parts wurde Interesse bekundet.
Zu unseren langfristigen Zielen gehört außerdem ein definiertes Kommunikationsprotokoll, das in Zukunft einmal die Anbindung alternativer Client-Technologien ermöglichen soll. Unser Committer Holger Staudacher erarbeitet gerade die Grundlagen dafür in seiner Master-Arbeit. Diese Ergebnisse werden zum Teil auch schon in das nächste Release einfließen.
Weiterhin soll die erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Eclipse-Projekten auch im kommenden Release-Zyklus fortgesetzt werden, um die Integrationsmöglichkeiten von RAP noch weiter zu verbessern.
JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!
Das könnte Sie auch interessieren
Als Gast kommentieren:
Gastkommentare werden nach redaktioneller Prüfung freigegeben (bitte Policy beachten).
-
Java Magazin - Die aktuelle Ausgabe
Inhalt, Editorial, Quellcodes und Link-Tipps zum aktuellen Java Magazin -
Archiv
-
Digital lesen
-
Java Magazin Abo
-
Eclipse Magazin - Die aktuelle Ausgabe
Inhalt, Editorial, Quellcodes und Link-Tipps zum aktuellen Eclipse Magazin -
Archiv
-
Digital lesen
-
Eclipse Magazin Abo
-
Business Technology - Die aktuelle Ausgabe
Inhalt, Autorenverzeichnis und Editorial zum aktuellen Business Technology -
Archiv
-
Digital lesen
-
Business Technology Abo

Warenkorb
Login
Registrieren
Kommentare
Ihr Kommentar zum Thema